Zakopane und Hoe tatra
Blick auf Zakopne und den Berg (Quelle Pixabay)

Zakopane und Hohe Tatra – Sehnsuchtsziele für Naturliebhaber 

Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Zakopane nicht mehr als ein beschauliches Dörfchen im Südosten, das am höchsten gelegene in ganz Polen zwar, aber weit davon entfernt, bekannt und touristisch erschlossen zu sein. Künstler, die in der Goralenkultur Schaffenskraft und Inspiration suchten und eine eigene Künstlerkolonie gründeten, änderten dies und im Laufe der Jahre wurde Zakopane zu einem beliebten Urlaubsziel. Die Goralen sind eine westslawische ethnische Gruppe, die die Karpatenregion zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert besiedelten. Folklore und Traditionen der Goralen werden in der Region rund um Zakopane bis heute gepflegt und weitergegeben.  

Zakopane hat 25.000 Einwohner und liegt auf rund 750 m über dem Meer. Ihre Bekanntheit hat die Stadt erlangt als Wintersportzentrum des Landes – aber auch im Sommer ist Zakopane ein äußerst beliebtes Ziel: In der Tatra an der Grenze zur Slowakei situiert, ist die Metropole Startpunkt für Ausflüge in die Berge, aber auch für gemütliche Spaziergänge in Wäldern und Parks.  

Gleichzeitig ist Zakopane ein faszinierendes Kulturzentrum: Hier vereint sich traditionell gewachsene Volkskultur mit moderner Kunst – erlebbar wird diese spannungsreiche Melange in reizenden kleinen Cafés, beim Bummel durch die quirlige Fußgängerzone und bei Rock- und Jazzkonzerten in alten Kellern der Stadt.  

Holzarchitektur der Tatra – entdecken Sie den Zakopane-Stil 

Villa Koliba - ein Beispiel für die traditionelle Zakopane-Architktur
Villa Koliba, Zakopane (Quelle Pixabay)

Wer den Südosten Polens besucht, dem fallen bald wunderschöne Holzkonstruktionen auf an Kirchen, Häusern und Scheuen. Die Holzarchitektur repräsentiert soziale, kulturelle und historische Aspekte der Region – deshalb können die Holzelemente je nach Gegend spannend variieren. In der Region Podhale nahe Zakopane etwa entstand im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert der sogenannte Zakopane-Stil, entwickelt vom Schriftsteller und Architekten Stanislaw Witkiewicz. Inspiriert von lokaler Volkskunst und dem traditionellen Bergbauernleben, schuf er die für diesen Stil typische Dachkonstruktionen und reichen Holzschnitzereien. Die Unbeständigkeit des Materials macht aus der Holzarchitektur ein besonders wertvolles Kulturphänomen – nicht zuletzt deshalb zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.  

Tatra-Nationalpark – eintauchen in unberührte Natur zwischen Bergen und Seen

Blick auf Zakopane und die Hohe Tatra im Hintergrund
Blick auf Zakopane und die Hohe Tatra (Quelle Pixabay)

Unweit von Zakopane beginnt der Tatra-Nationalpark, eine grüne Oase und Zufluchtsort für Heimische und Touristen. Die Hohe Tatra ist Teil der Karpaten und gilt als kleinstes Hochgebirge der Welt, das zu einem Drittel zu Polen und zu zwei Dritteln zur Slowakei gehört. Im Tatra-Nationalpark, der 1954 gegründet wurde und sich über eine Fläche von mehr als 200 Quadratkilometer erstreckt, erleben Sie nicht nur die weitgehend unberührte Natur der Tatra, sondern auf kleinem Raum auch die schönsten alpinen Panoramen und eine außergewöhnliche topographische Vielfalt: Sanfte Hügellandschaften wechseln mit tiefen, dunklen, mystischen Tälern und imposanten, schneebedeckten Gipfeln.  

Auch Flora und Fauna sind von besonders beeindruckender Vielfalt, deren lebendige Hintergrundkulisse die großen Wälder aus Kiefern und Buchen bilden. In höheren Lagen treffen Sie seltene Pflanzen an, die sich an das raue Klima angepasst haben – die botanische Fülle im Nationalpark lässt wiederum Lebensraum für eine große Bandbreite an Tieren entstehen. Hier leben majestätische Braunbären und scheue Luchse, Steinadler und die farbenfrohen Alpenschneehühner.  

Die optimale Zeit für einen Besuch im Tatra-Nationalparkt geht von Juni bis September.  

Morskie Oko – der schönste Bergsee Polens heißt „Auge des Meeres“ 

Bergsee Morskie Oko, Hohe Tatra
Bergsee Morskie Oko (Quele Pixabay)

Ein echtes Juwel und der größte See der Tatra ist der „Lake Morskie Oko“, übersetzt „Auge des Meeres“ – umgeben von schroffen Felsen, liegt er wie eine türkisblaue Perle auf dunklem Grund. Von Gletschern geformt, begeistert er mit kristallklarem Wasser mit einer Sichtweite von bis zu 15 Metern. Wer zum See wandern möchte, startet am Parkplatz Palenica Bialczanska, 25 km von Zakopane entfernt. Auf dem rund 8,5 km langen, gut aspaltierten und auch für wenig geübte Wanderer geeigneten Weg gelangen Sie in eineinhalb Stunden gemütlich zur diesem spektakulären Naturwunder.  

Seilbahnfahrt zum Kasprowy Wierch – schweben Sie bequem ins Hochgebirge 

Zakopane Seilbahn zum Kasprowy wierch
Kasprowy-wierch-Seilbahn in Zakopane (Quelle Pixabay)

Die höchste Erhebung des Tatra-Nationalparks erreichen Sie ganz bequem mit der Seilbahn, die Sie in nur 15 Minuten zur Bergstation auf 1987 m bringt – auf Sie wartet ein traumhafter Ausblick auf schneebedeckte Berge und das im Tal liegende Zakopane. 

Das Highlight ist der Meteorologische Observatorium, das höchstgelegene Observatorium der ganzen Westkarpaten, nur 1 km von der slowakischen Grenze entfernt. Wer hier arbeitet, hat ein Büro mit toller Aussicht, aber auch extremen Wetterbedingungen: Böen bis zu 270 km/h sind keine Seltenheit, die Durchschnittstemperatur liegt bis unter 0 Grad Celsius und es gibt im Schnitt 254 Schneetage.  

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