Wawel Krakau
Der Wawel in Krakau (Quelle Pixabay)

Krakau erleben: Tipps für Ihre perfekte Städtereise

Krakau, in Südpolen im zentral-westlichen Teil der Woiwodschaft Kleinpolen gelegen, durchflossen von der Weichsel, gehört zweifellos zu den schönsten und aufregendsten Städten Polens: Krakau ist nicht nur kulturelles und wissenschaftliches Zentrum des Landes mit einer beeindruckenden Geschichte, sondern auch moderne, lebhafte Studentenstadt.

Da das rund 760.000 Einwohner zählende Krakau von Zerstörungen weitgehend verschont geblieben ist, gibt es hier eine Vielzahl von sehenswerten Bauten von der Gotik bis zur Neuzeit zu bewundern.

Ich stelle Ihnen die wichtigsten Attraktionen einmal vor:

Altstadt und Hauptmarkt

Krakau Altstadt
Krakau Zentralplatz mit Tuchhallen (Quelle Pixabay)

Die Krakauer Altstadt ist ein wahres Juwel und weit über die Grenzen Polens hinaus bekannt für ihre reiche Geschichte und beeindruckende Architektur.

Die Wurzeln der Altstadt liegen in der frühen Geschichte Polens: Über Jahrhunderte hinweg war sie der politische und ökonomische Mittelpunkt der Nation. Von königlichen Prozessionen bis zu den Zeiten der Renaissance und des Barock hat die Altstadt zahlreiche Epochen durchlebt. All dies erleben Sie hautnah bei einem Bummel durch die historischen Gassen und über die vielen herrlichen Plätze.

Alle Straßen führen zum mittelalterlichen Marktplatz

Das Zentrum der Altstadt ist der Hauptmarkt: Alle Straße führen zum größten mittelalterlichen Marktplatz Europas mit einer Größe von 200 x 200 Metern, der bereits 1257 – mit der Stadtgründung Krakaus – angelegt wurde. In der Mitte des imposanten Platzes finden Sie den stolzen Rathausturm und die berühmten Tuchhallen, eines der Wahrzeichen der Stadt. Über 40 Bürgerhäuser, die mit dem zunehmenden Wohlstand hier gewachsen sind, zieren den Platz – hier haben unter anderem zwei der späteren Könige Polens gewohnt. In Haus Nr. 15 finden Sie das älteste Restaurant des Landes: Seit 1364 wird hier gekocht und serviert.

Regelmäßige Märkte mit lokalen Händlern, die frische Lebensmittel und Souvenirs anbieten, sorgen ebenso für ein lebendiges Flair wie die bunten kulturellen Veranstaltungen.

Krakauer Tuchhallen

Die Tuchhallen in Krakau
Krakauer Tuchhallen (Quelle Pixabay)

Als langgestrecktes Gebäude steht das architektonische Juwel mitten auf dem weltberühmten Marktplatz und strahlt eine beeindruckende Imposanz und Würde aus. Die Krakauer Tuchhallen gelten als eines der schönsten und bekanntesten Renaissance-Gebäude in ganz Europa.

Ursprünglich standen hier im 13. Jahrhundert aneinandergereihte Krämerstände, einfache Holzbuden, in denen Kaufleute aus aller Welt Handel trieben. Im 14. Jahrhundert, mit steigender Bedeutung des Handelsplatzes als wichtiger Knotenpunkt im europäischen Handelsnetz, finanzierten Tuchhändler den Bau einer 108 m langen Halle. Hier wurde nicht nur mit Tüchern gehandelt, sondern auch mit allerlei anderen Kostbarkeiten: Gewürzen, Lederwaren, Salz, Seide und Edelsteinen. Die Tuchhallen wurden zum Zentrum eines regen kulturellen Austauschs und waren über Jahrhunderte hinweg Zeuge eines regen Handels, gesellschaftlicher Zusammenkünfte und kultureller Veranstaltungen.

Bewundern Sie die architektonische Eleganz der Tuchhallen

Die Tuchhallen, wie Sie sie heute sehen, stammen aus dem 16. Jahrhundert: Ein italienischer Architekt gestaltete sie nach einem Brand neu im Renaissance-Stil und verlieh ihnen ihre heutige Eleganz und Symmetrie. Die großen Arkaden des Saals, die von verzierten Säulen getragen werden, vereinen Renaissance-Elemente mit lokaler Handwerkskunst und schaffen ein faszinierendes Zusammenspiel von Farben und Texturen.

Im Innern der Tuchhallen finden Sie heute zahlreiche Souvenirläden. In den oberen Stockwerken ist das Sukiennice-Museum untergebracht, ein Teil des Nationalmuseums, in dem Besucher die polnische Kunst des 19. Jahrhunderts bewundern können.

Unter den Tuchhallen wurde ein 6000 Quadratmeter großes Underground-Museum angelegt, das die Geschichte Krakaus zeigt.

Marienkirche

Krakau Marienkirche
Krakau Marienkirche (Quelle Pixabay)

Am nordöstlichen Ende des Hauptmarktes, mitten in der Innenstadt, stoßen Sie auf die Marienkirche, ein klassisches Beispiel polnischer gotischer Architektur. Hier erleben Sie ein Schauspiel der ganz besonderen Art: Zu jeder Stunde spielt ein Trompeter vom Turm der Kirche aus in alle vier Himmelsrichtungen das Trompetensignal „Hejnal“. Dies geht zurück auf eine Tradition aus dem Mittelalter, als das Lied zur Morgen- und Abenddämmerung gespielt wurde, um die Öffnung und Schließung der Tore anzukündigen.

Vom Turm der Marienkirche spielt der Trompeter sein Lied

Die Legende besagt, dass 1241 der Trompeter bei einem Angriff der Tartaren mitten im Spiel ermordet wurde – zu seinen Ehren erklingt das Lied seitdem nur noch bis zu dem Ton, bei dem er starb.

Im Innern der Kirche fasziniert der Marienaltar mit seinen sehr realistisch gestalteten, bis zu 2 Meter großen Figuren.

Wawel-Schloss und Kathedrale

Das Wawel ist ein 228 m hoher Hügel aus Kalkfelsen am linken Ufer der Weichsel – hier wurde um 1000 die heutige Burg-Anlage gegründet. Die Burg Wawel gilt als polnisches Nationaldenkmal und ist eine der bekanntesten religiösen und historischen Stätten Polens.

Besuchen Sie die wichtigste Kirche im katholischen Polen

Krakau, die Wawel Kathedrale
Wawel Kathedrale (Zugprofi.com)

Die Kathedrale, ein gotischer Sakralbau, ist eines der Hauptgebäude im großen Schloss Wawel und die wichtigste Kirche im katholischen Polen. Hier fanden alle wichtigen Staatszeremonien statt: Taufen, Krönungen und Hochzeiten. Auch dient sie als letzte Ruhestätte für viele Monarchen, Nationalhelden und Heilige.

Statten Sie der monumentalen Anlage, die nur rund 900 Meter vom Hauptmarkt entfernt ist, unbedingt einen Besuch ab und besichtigen Sie das Schloss samt privaten Königsgemächern, Schatz- und Waffenkammer. Steigen Sie anschließend in die Tiefen der Kathedrale hinab, die noch immer Ort der Anbetung ist und bewundern Sie neben den Königsgräbern auch die imposante Sigismundglocke, gegossen vom Nürnberger Gießer Hans Beham. Und wenn Sie dann auf den Wawel-Hügel steigen, eröffnet sich vor Ihnen ein atemberaubend schöner Blick auf die Stadt und den Fluss.

Fabrik Oskar Schindlers

Krakau Schindlers Fabrik
Krakau Schindlers Fabrik (Quelle Pixabay)

„Schindlers Liste“ ist weltberühmt – jener Film über den Industriellen Oskar Schindler, der in seiner Fabrik 1.200 Juden vor dem Tod rettete: Bei Ihrem Aufenthalt in Krakau können Sie die echte Fabrik besichtigen, die heute ein Museum ist. Zum Teil wurden die Originalszenen hier gedreht.

Im Museum in der Lipowa-Straße wird Zeitgeschichte auf eine beklemmende Art lebendig – und es wird deutlich, wie eng sich die große Geschichte des Zweiten Weltkriegs mit dem alltäglichen kleinen Leben überschnitt.

Originalszenen für „Schindlers Liste“ wurden hier gedreht

Oskar Schindler beschäftigte die Juden in seiner Emaillefabrik mit dem Ziel, sie vor der Deportation ins KZ zu retten. In seiner Fabrik waren die Bedingungen deutlich besser als in anderen Fabriken, in denen Juden zur Arbeit gezwungen wurden. Auch dies zeigt die Dauerausstellung im Museum nachdrücklich. Darüber hinaus erfahren Sie Wesentliches über die Geschichte Krakaus und das Leben Oskar Schindlers.

Auf den Spuren von Helena Rubenstein

Eine der berühmtesten Töchter Krakaus ist Helena Rubenstein, amerikanische Multimillionärin und Königin der Kosmetikindustrie, die am 25.12.1872 als Chaja Rubenstein in Krakau geboren wurde. Als junge Frau in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, zog sie zunächst nach Wien und wanderte später nach Australien aus. Sie posierte an der Seite von Picasso, Dalí und Hemingway – und blieb doch immer „das Mädchen aus Kazimiers“.

Unternehmen Sie eine geführte Tour auf den Spuren dieser – gerade auch für ihre Zeit – außergewöhnlichen Frau und lassen Sie sich begeistern von ihrem spektakulären Leben.

Jüdisches Viertel „Kazimiers“

Das jüdische Viertel „Kazimiers“ ist ein historischer Stadtteil Krakaus, dem Sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen.

Diesen Beitrag teilen:

Das könnte Sie noch interessieren:

Cookie Consent mit Real Cookie Banner